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Filmdreh „KungFu Klub – Level 1“

Das nächste Projekt von Sascha Reimold, dem Regisseur von „Die Fahrt seines Lebens“; ein Kino-Werbespot für die Kampfsportschule KungFu Klub in Offenburg. Nach Berlin bot mir Sascha dieses mal direkt die technische Leitung an. Matti Bäuerle war als Kameramann auch wieder mit im Boot – da konnte der Dreh nur gut werden!

Neben einem kleinen Motiv im ländlichen Zellweierbach wurde das „Schöllmanns“ in Offenburg als Hauptdrehort ausgewählt, genauer dessen Terrasse im 5. Stock. Dort oben sollte ein KungFu Kampf zwischen Gut und Böse ausgefochten bzw. werbetauglich inszeniert werden. Das Ambiente sollte für den Kampf möglichst düster sein, es sollte regnen und die Kämpfer sollten bei einem Schlag richtig durch die Luft geschleudert werden. Da es innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters von drei Wochen im November nicht gelang einen Termin für die angesetzten zwei Drehtage unter der Woche zu finden, an denen alle Beteiligen Zeit hatten, wurde beschlossen am Wochenende zu drehen.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Wir wollten nachts, am Wochenende, im Regen, im Winter, auf dem Dach eines Gebäudes, das einem Club als Raucherbereich dient, im 5. Stock, quasi ohne Budget, mit einer Vorlaufzeit von unter drei Wochen, zwei KungFu Kämpfer durch die Gegend fliegen lassen und das filmen. Kein Problem 🙂

Um die Schauspieler fliegen zu lassen kamen von Anfang an nur Seilzüge in Betracht (Vollkontaktkämpfe hätten sicherlich auch zu dem einen oder anderen Flug geführt, aber da wir mehr als eine Einstellung zu drehen hatten, wäre diese Option der Sache nur bedingt dienlich gewesen). Auf Grund der Budgetknappheit spielte ich verschiedene Möglichkeiten der Aufhängung durch. In reger Rücksprache mit Sascha und Matti entschieden wir uns am Ende aber doch für die teuerste und sicherste Lösung: Traversen wie sie im Bühnenbau häufig zum Einsatz kommen. Neben der hohen Stabilität hatten wir durch die Traversen vor allem die Möglichkeit Licht aufzuhängen und Kabel außerhalb des Bildausschnitts zu verlegen, angesichts der Notwendigkeit Scheinwerfer und sonstige Geräte auf verschiedene Stromkreise zu verteilen, ein klarer Pluspunkt.

Der benötigte Regen stellt im Winter bei Nacht ein weiteres Problem dar. Denn erstens konnte man nicht sicher sein, dass es überhaupt regnet (tat es dann auch nicht), und zweitens durften die Schauspieler angesichts der Temperaturen nicht nass werden. Wir überdachten also den Bereich, in dem die Schauspieler kämpften und beregneten ihn dann. Was sich zunächst merkwürdig anhört macht im Hinblick auf die Bilder durchaus Sinn. Durch die Beregnung des überdachten Bereichs bildet sich hinter den Schauspielern ein Wasservorhang, der mit entsprechenden Sounds nachvertont das düstere Ambiente unterstreicht.
Nur: Wir beregnet man eine Fläche von ca. 80qm mit einem einzelnen normalen Gartenwasserhahn? Der ITler in mir fand die passende Analogie: Streaming über einen schmalbandigen Anschluss. Die Lösung war somit einfach: Pufferung. Zwei Regentonnen mit zusammen 400l Fassungsvermögen und eine geliehene Gartenteichpumpe wurden zum Herzstück der „Anlage“. Dazu noch ein paar 1 Zoll Kunststoffrohre aus dem Baumarkt und es regnete mit ca. 1l/qm und Minute schon ganz ordentlich.

Zwei Tage und 40 Arbeitsstunden später waren die Dreharbeiten beendet, aktuell befindet sich der Spot noch in der Post Production.

Equipment

  • Kamera: Red
  • Licht: ca. 12kw
  • Schienendolly

 

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